In den letzten Jahren erlebe ich sowohl bei meinen Beratungsaufträgen, als auch im Hinblick auf die Teilnehmer meiner Seminare eine paradoxe Entwicklung. Obwohl uns allen, die wir mit dem Marketing und dem Vertrieb befasst sind, abstrakt vollkommen klar ist, dass sich die Entwicklung in Richtung „Digitalisierung der Marketingarbeit“ unvermindert, ja möglicher Weise in einer noch höheren Taktung fortsetzen wird, herrscht eine gewisse Erschöpfung, manchmal sogar ein gefährlicher Zustand der Selbstzufriedenheit, das trügerische Gefühl oder die gespürte Gewissheit, dass das eigene Unternehmen inzwischen hier gut aufgestellt sei. Viele Entscheider sind der Meinung, dass man sich mit der mehr oder weniger erfolgreichen Umsetzung des Themas „Social Media Marketing“ jetzt so etwas wie eine Verschnaufpause verdient hat, auch weil uns noch zusätzlich die Umsetzung des DSGVO zeitlich und intellektuell sehr in Anspruch genommen hat. Wir sollten unseren Blick aber wieder auf´s Neue schärfen: die Digitalisierung der Marketingarbeit wird sich weiter beschleunigen und der neue Megatrend und alle seine Facetten, lassen sich unter dem Begriff „Marketingautomation“ subsummieren. Dass Sie zu diesem Thema in ihrem Unternehmen bisher noch nichts Konkretes umgesetzt haben, ist dabei  wahrscheinlich nur eine lässliche Sünde, wenn Sie aber noch keine strategischen oder organisatorischen Voraussetzungen für die Marketingautomation geschaffen haben – das wiederum sollte Sie zwar noch nicht in Panik versetzen, Sie aber zu sofortigem Handeln motivieren.

Der Grund: die Macht der automatisierten Marketingarbeit wird sich zwar erst in den nächsten 3 bis 4 Jahren wirklich voll entfalten und die Marketingautomation damit zu einem unerlässlichen Marketinginstrument werden, die strategischen und inhaltlichen Entscheidungen müssen Sie aber so schnell wie möglich treffen, damit Sie auf diesen Zug noch rechtzeitig aufspringen können. Aber wie will man wissen, wo man steht? Das wiederum zeigt der digitale Reifegrad einer Marketingorganisation. Dieser wiederum kann in sieben Schritten oder Stufen beschrieben werden.

Marketing Automatisierung 7 Schritte

Die Marketingautomation muss dabei parallel von einem Wandel der Organisation begleitet werden, der die letzten beiden Schritte hin zum digitalen Marketing ermöglicht. Dieser bedarf der Verantwortung für den digitalen Wandel bei der obersten Führungsebene, im Idealfall einem Geschäftsführer oder Vorstand, der

In genau diesen sieben Stufen zeigt sich dann der digitale Reifegrad eines Marketingbereichs. Dabei stellen die technischen und organisatorischen Schritte den kleineren Teil der Herausforderungen dar – das größere Problem ist in der Regel der mentale Wandel, den es in der Organisation und vor allem bei den Führungskräften aller Ebenen bedarf.

Am Anfang steht dabei zunächst eine Momentaufnahme des aktuellen Status, den man durch eine strukturierte Analyse zum Beispiel mittels eines Fragebogens vornehmen kann. Hier gilt es festzustellen, wo man sich realistisch verorten kann und wo noch Defizite bestehen. Als Faustregel kann man festhalten, dass bei einem durchschnittlichen Erfüllungsgrad von 80 % „die nächste Raketenstufe gezündet werden kann“. Wie bei jedem Projekt können natürlich auch hier die Arbeiten parallelisiert werden. Das ist auch der Grund, warum die untenstehenden konkretisierten Schritte und deren Fragestellungen auch nicht unbedingt auf einem Zeitstrahl abgebildet werden können. Beispiel: vielleicht betreiben Sie heute schon ein präzises Programmatic Advertising (eigentlich erst für Schritt fünf vorgesehen), sind aber erst in zwei Jahren in der Lage, die Customer Journey des Kunden sinnvoll zu analysieren, was ja eine Anforderung für die erste Stufe ist. Deshalb wäre auch der Begriff „Phasen“ statt „Stufen“ oder „Schritte“ nicht passend, weil die Arbeit an der Umsetzung eben nur zum Teil einer strikten Chronologie unterliegt. Allerdings ist es auch nicht immer klug, zwei Stufen auf einmal zu nehmen oder durch einen kühnen Sprung, drei Schritte auszulassen.

So oder so müssen Sie aber zunächst einen ehrlichen Ist-Zustand bezüglich Ihrer Digitalen Marketing Transformation vornehmen. Hier eignet sich zum Beispiel ein strukturierter Fragebogen. Hier ein kleiner Ausschnitt wie ein solcher Fragebogen aufgebaut sein könnte:

Marketingautomation – sieben Schritte zur erfolgreichen Umsetzung